Transzendente Homöopathie oder Transzendente Schattenarbeit

 

 

 

Es ist wie eine innere Reise mit vielen Erkenntnissen und Erfahrungen, die ich im Laufe meiner 20 jährigen Arbeit als Homöopathin und Therapeutin machen durfte. 

Ich beschreibe hier, wie mir das Prinzip der Homöopathie immer mehr aufzeigte, wie der Mensch unbewusst funktioniert und wie dadurch Krankheiten, Probleme und Leiden entstehen. Wenn er sich aber auf seinen Bewusstwerdung-Prozess einlässt, welch wunderbare Möglichkeiten sich auftun, die mitunter auch begleitet sind mit schmerzhaften Erfahrungen, bis sie dann in die Transformation und Heilung münden. 

Bewusstsein ist alles, worum es geht. Es ist unser stärkstes und wichtigstes Werkzeug, das mit unserem Geist und Körper, den Gefühlen und Reflexen korreliert und zusammenarbeitet. 

 

Ich schreibe hier über die Entwicklung meiner Arbeit und welche Erkenntnisse und Erfahrungen ich dadurch machen durfte. Sie kann ein besseres Verständnis geben, wenn es um die Differenzierung zweier Ebenen geht, wenn man zum einen an der persönlichen Geschichte und Psyche arbeitet oder im Gegensatz dazu den revolutionären und radikalen Sprung in die wirkliche Befreiung wagt, die darüber hinaus führt.

 

Als ich mit meiner Tätigkeit begann, stand ich natürlich noch am Anfang von Wissen und Erfahrungen, was Homöopathie, Bewusstsein und wirkliche Heilung bedeuten.

 

Viele Menschen kennen die Klassische Homöopathie, die uns hilft, körperliche sowie psychische Leiden zu heilen. Obwohl die Homöopathie den ganzen Menschen individuell und sehr umfassend behandelt, ist diese persönliche Ebene trotzdem nur relativ und ziemlich begrenzt. Die Transzendenz jedoch lädt den Menschen ein, über sich selbst hinauszuwachsen und radikal sein konstruiertes und konzeptuelles Ich-Sein bis aufs Äußerste als Illusion zu durchschauen und sich davon zu befreien. 

 

Die Klassische Homöopathie basiert auf dem Grundsatz, Ähnliches mit Ähnlichem heilen.

Was heißt das? 

Das bedeutet, dass das, was schon in uns ist, z. B. ein Symptom, ein Verhaltensmuster oder ein Glaubenssatz, wird durch die von außen geführte ähnliche Information und Energieform geheilt. Auf der körperlichen Ebene kann sich das folgendermassen ausdrücken: Wenn jemand von einer Biene gestochen wird, dann wird diese Stelle rot, geschwollen, heiß und sie brennt. Erhält der Betroffene  dann das homöopathische Arzneimittel Apis (= Biene), werden diese Symptome ziemlich schnell wieder vergehen. Wenn ein gesunder Mensch dieses Arzneimittel zu sich nimmt, kann es sein, dass er genau diese Symptome (Hitze, Schwellung, Brennen, Rötung) entwickelt, weil die Symptome zuvor nicht vorhanden sind. Wie sich der Homöopathische Grundsatz „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ auf der psychischen und geistigen Ebene ausdrückt, beschreibe ich später in diesem Text. 

 

Sehr schnell entdeckte ich damals, dass mich weniger das Verschwinden der körperlichen Krankheiten interessierte und die Verabreichung der Globulis, sondern vielmehr das tiefere Verständnis von Krankheit und Heilung. Ich erforschte, wie die Psyche und das Bewusstsein des Menschen funktioniert und das damit verbunde Heilprinzip, Ähnliches mit Ähnlichem heilen. Dieses Prinzip musste ich nicht lernen, das Verständnis dafür war schon lange in mir, so dass es mir leicht fiel, es in der Arbeit mit den Menschen und an mir selbst anzuwenden. 

Es war klar, dass alles, was mir im Außen in Form von Menschen, Situationen, Eindrücken, Gesten oder Stimmungen widerfährt, eine Spiegelung meines Innersten ist. Oder anders ausgedrückt: ich kann die Menschen und die Welt nur so wahrnehmen und erleben, wie diese in mir geglaubt und als Wirklichkeit abgespeichert ist. Die Speicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab wie beispielsweise die Gene, die Erziehung, das Umfeld, Gedanken, Meinungen, Konditionierung und Erfahrungen. 

 

Zu Beginn habe ich gesagt, dass die persönliche Ebene nur relativ ist und sehr begrenzt. Diese Erfahrung habe ich nach vielen Jahren therapeutischer Arbeit mit Klienten und mit mir selbst gemacht. Mir wurde immer mehr bewusst, dass alles, was wir denken, fühlen, erfahren und uns vorstellen, innerhalb eines gewissen Rahmens abläuft. Jeder Ablauf wird auf das Ich bezogen. Innerhalb diesem ich-haften Rahmen können wir uns zwar verändern, aber der Rahmen und die Grenze bleibt. Irgendwann wollte ich weiter, ich wollte diesen Rahmen sprengen, ich wollte unbedingt frei sein. Mir war bewusst, dass ich mich bisher im Kreis drehte, immer um meine eigene Ich-Achse. 

 

Um sich aus der identifizierten begrenzten Personen-Ebene befreien zu können, muss man zuerst verstehen, wie sie aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Diese Beschreibung würde hier den Rahmen sprengen, deshalb begrenze ich mich nur auf kurz zusammengefasste Punkte, die die Entwicklung des Menschen gut darstellen. 

 

 

 

Die Entwicklungsstadien des Menschen

 

Was ich hier nun über mögliche Entwicklungsstadien des Menschen schreibe, ist kein feststehender Ablauf und auch keine Wahrheit. Sie ist einfach nur eine Beschreibung, die als Landkarte dienen kann und die jederzeit wieder weggelegt und verworfen werden kann. Erik Erikson hatte vor 1959 eine Beschreibung der psychosozialen Entwicklung des Menschen entwickelt, die heute noch in der Psychologie angewandt wird. Es geht dabei um die Phasen, die ein Mensch von Geburt bis zu seinem Tod durchläuft. Der Mensch gerät dabei immer wieder in Krisen, deren Lösung seinen weiteren Entwicklungsweg bahnt. Sie sind also notwendig, damit er sich weiterentwickelt und entfaltet. 

 

Wenn man die Entwicklung des Menschen betrachtet, dann beginnt sein Entstehen nicht erst mit der Geburt, sondern schon davor mit der Zeugung und die Zeit der Schwangerschaft. 

Ich habe so viele Menschen erlebt, die mir sagten, dass sie gar nicht auf die Welt kommen wollten, dass sie diese Welt viel zu grob und hart empfinden und hier nur schwer zurecht kommen. Manche erleben sich immer noch unbewusst in der Einheit mit Gott oder einem geistigen Ort jenseits dieser Welt, wo sie sich geborgen und sicher fühlen. Doch dann steht die Entscheidung für die Geburt an, für das eigenständige individuelle Leben, eine Existenz anzunehmen. Manche müssen sich durch den Geburtskanal kämpfen, andere sterben noch im Mutterleib und wieder andere kommen leicht durch. Hier wird bereits der erste Schritt zur Trennung eingeleitet. Damit wir uns weiterentwickeln und unserer selbst bewusst werden, muss die Einheit scheinbar aufgelöst werden. Nur so kann man sich als getrenntes individuelles Wesen erfahren. Durch den Trennungsschmerz stehen wir dann vor der großen Herausforderung, die gleichzeitig auch als unsagbare Gnade gesehen werden kann, wieder in die Einheit als selbst-bewusstes Wesen zurückzukehren. 

 

Die Geschichte von Adam und Eva beschreibt diesen Schritt sehr schön, wie sie sich eins mit Gott und allem fühlen. Das ist das Paradies oder der Himmel, von dem Jesus spricht. Aber Adam und Eva sind sich dessen noch nicht bewusst, so wie auch ein Säugling noch unbewusst in der Einheit ist. Aus diesem Grund müssen sie in die Trennung, um dann die Reise nach innen anzugehen, die wieder in die Einheit führt. Diesmal aber als bewusstes Wesen, das sich seiner Selbst bewusst ist. Damit Adam und Eva den Bewusstwerdungsweg gehen, ließ Gott sie durch die Schlange verführen und hat sie damit aus dem Paradies der Einheit geworfen. Die Trennung war nun vollzogen. Die Verführung durch die Schlange und dass sie sich darauf einließen, war nicht falsch, sondern not-wendig, damit sie sich - so wie wir auch - auf ihren inneren Weg machen, durch Schmerz und Leid der Trennung gehen, um dann das Eins-Sein in sich wieder zu erleben. 

 

 

Zurück zur Entwicklung des Menschen

Nach der Geburt gibt es eine Phase, in der sich der Säugling immer noch eins fühlt mit allem. Er ist sich seiner selbst jedoch nicht bewusst. Wenn das Kind in dieser Phase stecken bleibt, möchte es nicht aus der Einheit und wird immer künstliche Einheitszustände herstellen. Es wird sich später schwer tun, in der Welt wirklich Fuß zu fassen und die Materie und den Körper anzunehmen. Ist es nicht verständlich, dass Menschen, die sehr stark in dieser Phase stecken, später den Weg der Spiritualität gehen und sehr viel Interesse am Erwachen und der Erleuchtung haben? Viele träumen sich immer wieder weg und/oder nehmen Drogen, um nicht wirklich im Körper und in der Welt sein zu müssen und sich dem Ist-Zustand stellen zu müssen. Die Sehnsucht nach Spiritualität und Erleuchtung verkörpert ihren „Traum“ einer besseren und heileren Welt. Aber wenn sie nicht lernen, die Materie und den Körper anzunehmen und durch den Schmerz und das Leid der Trennung zu gehen, wird die Einheit ein Traum bleiben. 

 

Die nächste Phase, in der sie stecken bleiben können, beschreibt den inneren Zweifel: soll ich mich jetzt wirklich auf die Welt einlassen oder möchte ich nicht doch wieder zurück in meine Traumwelt, wo alles schön und heil ist? Da kann ich nicht verletzt werden, da kommt mir niemand zu nahe? Sie fühlen sich hin- und hergerissen, können sich nicht entscheiden und sind weder hier noch dort. 

 

In der weiteren Phase besteht die Möglichkeit, dass sie eine riesige Kraft in sich  entdecken und sie möglicherweise auch einzusetzen. Sie lösen sich aus Abhängigkeiten und kommen mit ihrem eigenen Willen in Berührung. Das Kind entdeckt, dass es seinen Stuhl zurückhalten kann, dass es Nein sagen kann und sich der Mutter widersetzen kann. Es entdeckt eine Kraft in sich, die sich meistens als Wut ausdrückt, um gewisse Regeln zu durchbrechen und aus abhängigen Bindungen sich zu lösen. Hier entstehen die ersten Anfänge des Ich-Willens, im Alter von ca. 1-3 Jahren.

 

Später geht es um die Themen von Familie und Versorgung und Nahrung. Inwiefern bin ich fähig, für mich selbst zu sorgen und meine Bedürfnisse zu befriedigen oder brauche ich immer noch die Mutter oder später den Partner dafür? Sie können das Gefühl haben, zu wenig bekommen zu haben und erleben immer wieder Mangel und Knappheit. 

 

Danach wollen sie sich über Leistung definieren. Sie möchten gesehen werden und über die Leistung und das Wissen Anerkennung erhalten. Sie suchen nach Vorbildern und Autoritäten, die sie vielleicht bewundern oder gegen die sie kämpfen. Der Verstand wird stärker und das Ego wird nun stabiler und immer mehr gefestigt. Hier kann der Verstand und die Kontrolle so stark werden, dass sie das Herz, die Gefühle und die Intuition mehr und mehr unterdrücken oder sogar abspalten. 

 

Dann geht es weiter, wenn das Ego gut ausgebildet ist und sich als Individuum behaupten kann, dass es sich einen Platz innerhalb einer Gruppierung und der Gesellschaft als Individuum sucht. So stellt sich die Frage, inwiefern kann ich mich von der Gruppe als Individuum abheben und trotzdem ein Teil von ihr sein? 

 

Ja, und dann? 

 

Wenn wir das Ego so gut ausgebildet haben und die Identifizierung im Laufe dieser Entwicklung immer stärker geworden ist, kann der natürliche Weg der Loslösung beginnen. 

Wenn wir alte Menschen beobachten, können wir manchmal sehen, dass sie den Prozess der Loslösung auf natürliche Weise geschehen lassen. Sie verlieren allmählich das Interesse an der Welt, sie brauchen nicht mehr die unbedingte Anerkennung für ihr Ego und ziehen sich mehr und mehr von dem äußerlichen Geschehen, der Welt, zurück. Wenn sie an diesem Prozess nicht von Außenstehenden, Institutionen und Familie wieder in das Weltgeschehen zurückgezogen werden und sich diesen inneren Rückzug selbst gestatten, kehren sie immer mehr in die Stille und Leere. Das ist der natürliche Prozess, der sie auf das große Loslassen - das Sterben - vorbereitet. Die größte menschliche Erfahrung, die wir machen können - wir legen das persönliche Kleid ab und gleiten wieder zurück in die Einheit.

 

Da die Lösung und Befreiung seltenst freiwillig geschieht, wird sie durch das Leben, d. h. mit Hilfe unserem Sein, von Gott, herbei geführt. Das geschieht nicht nur im Alter oder erst, wenn das Ego stark genug ist. Die Chancen und Herausforderungen für das Loslassen geschehen immer dann, wenn wir im Widerstand und Kampf sind, wenn wir gegen uns arbeiten und von unserem inneren Weg abkommen. So kann dies auch schon in jungen Jahren geschehen.

 

Die Transzendenz ermöglicht diesen radikalen Schritt, der über das Person-sein hinausgeht und in die absolute Befreiung führt. Dies erfordert einen inneren Prozess der Selbsterforschung und die Befreiung aus gewohnten Gedanken-  sowie Verhaltensmustern und Abläufen. Dabei können auch homöopathische Arzneimittel wie Mineralien, Pflanzen, Tiere, Nosoden und Imponderabilien und natürlich auch andere Methoden den Prozess unterstützen. Sehr zu empfehlen ist der direkte Kontakt mit einem spirituellen Lehrer, der bereits wach ist und authentisch und wahrhaftig in seinem Dasein.

 

 

Ähnliches mit Ähnlichem heilen

 

Wenn wir also in unserer Entwicklung in einer bestimmten Phase stecken und nicht weiterkommen oder sich die Ereignisse oft wiederholen, dann können wir ein entsprechendes Mittel erhalten, das genau diese Information und Energie enthält, die dem jeweiligen Zustand entspricht. Erinnern wir uns an den Grundsatz: Ähnliches mit Ähnlichem heilen. Das heißt, das Thema korreliert dann energetisch in uns und wir werden sicherlich auch durch gewisse äußere Umstände damit konfrontiert, bis wir das Muster als solches durchschaut haben. Dann hat es seinen Zweck erfüllt und kann von uns ab- bzw. wegfallen. Wenn beispielsweise ein Sohn glaubt, seiner Mutter helfen zu müssen, weil sie krank ist und von ihrem Mann verlassen wurde, dann wird er später immer wieder an Frauen geraten, die er schwach und hilfebedürftig sieht. Er schaut aus seinem Muster heraus, das wie ein Filter oder Dias wirkt und ihn dazu veranlasst, Retter und Helfer für andere zu sein. Er sieht nicht, was wirklich ist, dass die Frau vielleicht gar nichts braucht, sondern er sieht sie schwach und bedürftig. Das ist sein Dias/Filter oder Muster, durch das er schaut und entsprechend erlebt. Erst wenn er sich dessen bewusst wird, dass dieser Glaube und das dazugehörige Verhalten einfach nur ein konditionierter Glaube ist, der in ihm abläuft, kann er sich daraus befreien und die Frauen dann anders wahrnehmen. 

 

Ein anderes Muster könnte sein, dass sich beispielsweise eine Frau immer wieder von Freunden oder ihrer Familie ausgegrenzt fühlt. Sie erlebt dann solche Ereignisse, die ihr inneres Muster in ähnlicher Weise widerspiegeln. Sie glaubt, dass die Menschen sie wirklich nicht mögen. Dieser Glaube und ihr entsprechendes Verhalten darauf bestätigen sich permanent selbst, so dass sie keine Zweifel hat, dass die Welt und die Menschen so abweisend sind, wie sie sie erlebt - nämlich ablehnend.

In beiden Fällen tritt "das Ähnliche" als Spiegelung von Außen an den Betreffenden heran. 

 

Je mehr wir sogenannte „Trigger“ nicht wahrhaben wollen und sie wegdrücken oder vor ihnen weglaufen, um so massiver können sie auftreten. In der Homöopathie sprechen wir dann von einer Hochpotenz des Arzneimittels. Je massiver der Widerstand in uns ist, um so stärker erleben wir die Spiegelung von Außen. Darin liegt natürlich auch die große Chance zur Befreiung. Es ist ein massiver innerer Weckruf, den wir von Außen, letztendlich von unserem inneren Sein, erhalten.

Sind wir dann wirklich bereit, diese Herausforderung oder das Geschenk anzunehmen und hinzuschauen? 

Wir erhalten täglich unzählige Gelegenheiten, unseren gewohnten Mustern, Schatten und Glaubenssätzen bewusst zu werden und uns immer mehr von ihnen zu befreien. Es liegt dann an uns, ob wir uns auf den inneren Transformations- und Integrationsprozess einlassen wollen oder nicht.

 

Diese scheinbaren Inszenierungen, die uns gespiegelt werden, geschehen nur aus Liebe, nicht, weil wir etwas falsch machen oder weil Gott und das Leben uns ärgern wollen. Wir werden so oft diese Szenen erhalten und durchleben und fühlen, bis wir sie als „Traum“ vollständig durchschaut haben und wir uns aus diesen Mustern befreit haben. Wir erleben dann die Transzendenz, wenn wir aus dem freien bewussten Sein sehen und wahrnehmen, was wirklich ist. Aus der Dualität wird Non-Dualität. Wir betrachten und erleben dann die Welt aus einem inneren Frieden heraus und sehen, dass alles gut ist wie es ist. 

 

 

 

Der homöopathische Prozess

In der homöopathischen Behandlung versuchte ich zum einen herauszufinden, in welchem Stadium der menschlichen Entwicklung die Person steht. Wodurch fühlt sie sich blockiert und behindert und kann sich deshalb in ihrem Bewusstsein nicht weiter vertiefen? Was ist der rote Faden oder das Thema, das sich durch das ganze Leben zieht?

Wenn diese Stelle bzw. der rote Faden sehr präzise herausgearbeitet werden kann, ist es leichter, ein entsprechendes Mittel zu finden. Es muss genau diese Information und Energie enthalten, die dem momentanen Stand des Menschen entspricht. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Person in ihrer Beschreibung so tief gehen kann, dass sie direkt aus der Quelle des homöopathischen Arzneimittels ihre Empfindung präsentiert. Auf dieser Ebene hat der Verstand keinen Zugriff mehr und wenn er mithören würde, dann würde er sich wundern, welche Worte oder sogar Unsinn da gesprochen wird. Das Energiemuster, das also bereits vorhanden ist als Glaubenskonzept und Verhaltensmuster wird bestenfalls erkannt und in Form von Globulis dem Menschen gereicht. Die Globulis sind nichts anderes, als die Information und das Thema, worunter der Patient leidet, was er in energetischer Form zu sich nimmt. Das Ähnliche, das im Patienten als Muster bereits angelegt ist, wird durch ein ähnliches Arzneimittel verabreicht und korreliert nun im Geist und im Bewusstsein und im Körper des Patienten. 

 

 

Hierzu ein Beispiel:

Angenommen, eine Frau tut sich schwer, hier in dieser Welt Fuß zu fassen. Sie hat immer wieder neue Jobs und zieht vielleicht öfters um. Dieser Wechsel spiegelt sich auch in ihren Beziehungen wider. Gerne reist sie nach Indien, weil sie das Leben dort so frei und entspannend findet. Sie verbringt dort immer wieder für einige Wochen ihre Zeit, wo sie Yoga macht und meditiert und das Gemeinschaftsleben genießt. Deutschland findet sie spießig und langweilig und hat Probleme mit den Regeln und Begrenzungen. In ihrem Heimatland hat sie immer wieder rheumatische Schmerzen und Hautprobleme. Diese Frau würde ein homöopathisches Arzneimittel bekommen, das genau diese thematische und evtl. auch körperliche Entsprechung hat, nämlich, dass sie gerne aus der Welt flüchtet und sich eine eigene Traumwelt und geträumte Spiritualität erschafft, die scheinbar heil und ohne Gefahr ist. Darin fühlt sie sich frei und leicht. 

Wenn dann ihre körperlichen Beschwerden weitgehend verschwunden sind und sie die Reisen nicht mehr als Flucht benutzt und sie sich mehr in der Welt integrieren kann, ist das ein großer Schritt und die Voraussetzung für den weiteren Heilungsprozess. Natürlich kommt es darauf an, wie tief sie sich darauf einlassen kann und möchte. 

 

 

 

Wie sieht die Heilung jenseits der homöopathischen Substanzen aus?

Während ich die Gespräche mit den Menschen und deren Veränderungen beobachtete, wurde mir immer mehr bewusst, dass wenn die homöopathischen Arzneimittel nur Energie sind und bestimmte Themen und Informationen enthalten, dann braucht es letztlich nicht immer die Verabreichung von Globulis. Wenn es uns möglich ist, uns mehr im Bewusstsein zu vertiefen und daraus wahrzunehmen, können wir uns dieser Energie und Information auf natürliche und gesunde Art bedienen und sie integrieren. 

 

Dies erfordert natürlich von dem Behandler einen bestimmten Grad an Bewusstheit, um den Hilfesuchenden in seinem Bewusstsein weiter führen zu können und natürlich auch ein tiefes Erkennen und Sehen dessen, was in dem Menschen vor sich geht und an welchem Punkt er momentan blockiert ist. Die eigentliche Voraussetzung liegt jedoch darin, dass der Hilfesuchende wirklich bereit ist, sich auf seinen eigenen Befreiungs- und Heilungsprozess einzulassen und sich aktiv daran beteiligt. Mir wurde immer klarer, dass ich selbst das homöopathische Heilmittel in der Begegnung meines Gegenübers spiegle, so wie uns alles jederzeit gespiegelt wird. Das erlebte ich schon immer, wenn ich mit Menschen gearbeitet habe, mit oder ohne Globulis. 

 
 

 

Das Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ wirkt permanent, denn die Welt ist in uns und im Außen spiegelt sie sich uns wider auf ähnliche Weise.

 

Als die Illusion des Ich’s von mir abgefallen war und ich zutiefst wußte, dass wir nicht das sind, von dem wir glauben, dass wir es sind, war es mir noch leichter möglich, einfach leer und offen meinen Klienten gegenüberzusitzen. Ich konnte beobachten, wie die Worte einfach aus mir herausflossen und meine Wahrnehmung immer klarer und feiner wurde. Alles, was vorher schon möglich war, wurde jetzt noch differenzierte und durchlässiger. Ich konnte den Menschen immer klarer sehen und wahrnehmen, wie er sich in seinem Traum befindet und von seinen Gedanken und Mustern beeinflusst wird, weil er sie glaubt. Gleichzeitig sah ich aber auch das wahre Sein, das bereits frei da ist, aber nicht durchdringen kann.

 

Ich beobachtete, wie unterschiedlich ich in diesen Begegnungen mit den Menschen sprach und wunderte mich manchmal darüber, wenn die Worte in einem Moment sehr radikal und konsequent gesprochen wurden und in einem anderen Moment sehr verständnisvoll, weich und liebevoll. Mir wurde bewusst, dass das, was zum Ausdruck kam, das ist, was in dem Gegenüber bereits angelegt ist, vielleicht aber noch nicht in seinem Bewusstsein. Ich wurde deren Spiegelfläche, der ihr angelegtes Muster im Jetzt reflektierte und zum Ausdruck brachte. 

Sie sind ein Geschenk, wenn sie einfach nur gesehen werden und da sein dürfen. Wenn das möglich ist, ist das bereits der erste Schritt für Transformation und inneren Frieden.

Die Spiegelung eines spirituellen Lehrers oder Freundes betrifft aber nicht nur die unangenehmen Muster und Schattenseiten, er spiegelt natürlich auch das göttliche Sein, das jeder Mensch ist. So kann der Suchende in seinem Gegenüber auch den Frieden, die Liebe und die Freiheit sehen, um sie dann nach und nach immer mehr in sich selbst zu entdecken und zu erleben.

 

 

 

 

 

Transzendente Homöopathie oder Transzendente Schattenarbeit

 

Während die Homöopathie noch die relative und persönliche Ebene bedient, wo sich die Person weiterentwickeln und vielleicht einen besseren Stellenwert in der Gesellschaft einnehmen kann, wo sie lernt, sich scheinbar nicht mehr verletzen zu lassen oder besser für sich einzustehen, lädt die Transzendenz dazu ein, über diese Ebene komplett hinauszugehen. Hier löst man sich von allen Meinungen, Geschichten und Vorstellungen, die man selbst in sich hat und die kollektiv in der Gesellschaft gelten und wirken. Es ist ein stetiges inneres Entleeren und Los-Lassen.

 

Wir können nur leer werden und uns von etwas lösen und befreien, an das wir glauben, an dem wir festhalten und das wir für real halten. Als Baby waren wir noch frei und unschuldig, das heißt, wir haben noch nicht gelernt, wie wir die Dinge sehen und wahrnehmen sollen. Wir wußten noch nichts. Durch jedes Wissen und Wertung werden die Sinneseindrücke eingefärbt. Die Gefühle, die das Kind fühlt, werden irgendwann vom Verstand analysiert, interpretiert, kommentiert und ausgewertet, so dass aus dem natürlichen und unschuldigen Da-Sein ein komplexes und widersprüchliches Verstehen und Verhalten entsteht, das mitunter mit vielen Ängsten und Kontrollmechanismen begleitet ist. Aus diesem persönlichen und wahnhaften Gefängnis, das wir „unser Leben“ nennen, können wir uns jederzeit befreien. Das ist nicht immer einfach, denn die Welt und das konzeptuelle Ich fordert vehement seine Aufmerksamkeit und möchte unaufhörlich bestätigt werden. 

 

Transzendente Homöopathie oder Transzendente Schattenarbeit setzen voraus, dass man bereit ist, alles, was einem von außen entgegenkommt - also die ganze Welt - als Spiegel in seiner jeweiligen homöopathischen Energiepotenz anzunehmen, das heißt in dem Masse, wie man es gerade erleben soll, einmal ist es ein sanftes Anstoßen und ein anderes Mal ein starkes Durchgeschüttelt werden. Solange die Konzepte und Muster geglaubt und festgehalten werden, wirken sie auf uns. Das können wir In jedem Moment anhand körperlicher Reaktionen wahrnehmen und erleben. Der Körper zieht sich beispielsweise zusammen, man wird wütend oder man meidet eine bestimmte Situation oder Person. All das sind Ausdrucksformen, die mit uns in Resonanz gehen. 

 

Wenn wir uns im inneren Sehen und Wahrnehmen immer mehr vertiefen, kommen wir in ein leeres und zeitloses grenzenloses Da-Sein. DAS ist still und reflektiert NICHTS. Es ist Etwas, das nichts mehr will und nichts mehr weiß. Jeglicher Bezug geht verloren und was einmal wichtig und voller Geschichte und Gefühlen war, verliert an Bedeutung. Keine Wertung, kein Kommentar, Nichts. Jede Regung, jeder Gedanke, jedes Wort, jede Geste, Gefühl und Reaktion, die aufsteigen, können in dieses leere Nichts zurückkehren. Diese unfassbare Stille und das Nicht-Wissen ist unser wirkliches Zuhause. HIER existieren weder Grenzen noch Bedingungen. Es wird gesehen, dass alles IST wie es IST. 

Man kann sich diesen natürlichen Seins-Zustand nicht vorstellen, weil er jegliche Vorstellung übersteigt. Er ist jenseits von allem Wissen und dem, was man schon irgendwie gekannt oder gefühlt hat. Er ist für die Person und den Verstand überhaupt nicht attraktiv und begehrenswert und doch ist es das einzige, was uns zutiefst und dauerhaft erfüllt und glücklich macht.

Die Transzendenz und Heilung ist dann wirksam, wenn wir immer mehr in diesem stillen zeitlosen Dasein sind, bis es uns vollständig vereinnahmt und wir darin verankert sind. Das, was uns bisher angetriggert hat, sehen und erleben wir so nicht mehr oder wir sind in Frieden mit dem, was ist.

 

Das Leben wird spielerisch und leicht. 

 

 

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