Tanz der Liebe

 

Jeder Mensch sehnt sich nach Liebe.

Diese "persönliche Liebe" ist begrenzt und gebunden an

Personen und Umstände. Sie stellt Erwartungen an das

Leben und hat Ansprüche an sich selbst und an andere.

Wenn diese nicht erfüllt werden, zieht sie sich möglicherweise

beleidigt zurück und verschließt sich, oder sie kämpft mit noch mehr Einsatz.

 

 

Diese Liebe glaubt, dass sie den anderen erst dann lieben kann,

wenn er sich endlich verändert und gebessert hat.

Sie glaubt geliebt zu sein, wenn sie gebraucht wird.

 

Sie berechnet und ist nur dann bereit zu geben, wenn sie sicher ist,

dass sie auch bekommt.

Das, was sie erhält, möchte sie festhalten und besitzen.

 

Diese persönliche Liebe kann sich nicht einfach verschenken, weil sie glaubt,

sich zu verlieren und nicht mehr zu sein.

Aus dieser Angst heraus, beginnt sie zu kontrollieren und zurückzuhalten.

Nur wenn alles nach ihren Vorstellungen verläuft, ist sie bereit,

sich zu öffnen.

 

Sie will niemals verletzt werden und schützt sich deshalb.

Sie zeigt nicht ihr wahres Gesicht, aus Angst, ihr Gesicht zu verlieren.

Sie wägt ab und schaut voraus, um möglichen Gefahren auszuweichen

und kein Risiko einzugehen.

Sie denkt, das Leben ist gefährlich und ist deshalb immer auf der Hut.

 

 

Glaubst du wirklich, dass du dich nach dieser Liebe sehnst und dass dich diese Liebe dauerhaft glücklich machen kann?

Glaubst du, dass du dich in diese Liebe fallen lassen kannst?

Wirst du von ihr tatsächlich geliebt – so wie du bist?

 

 

Bei genauerem Hinsehen ist klar, dass diese Liebe mit Angst verwechselt wird.

 

 

Die absolute „bedingungslose“ Liebe kann niemals an eine Person oder einen Umstand gebunden sein.

Sie ist völlig frei, weil sie nichts braucht.

 

Sie geht über begrenztes Denken und menschliche Unzulänglichkeiten hinaus.

 

Sie hat keinen Namen und doch erscheint sie als Alles und trägt jeden Namen.

Sie erscheint als deine Partnerin und deinen Partner, als deine Kinder und Tiere.

Sie erscheint als deine Freunde und Feinde.

Sie erscheint als genau das, was ist und wie es ist.

 

 

Die Liebe ist eine Tänzerin, die jede beliebige Form und Ausdruck wählt.

Sie tanzt durch jede Situation, weil sie das Leben liebt.

Der Tanz lässt keine Bewegung aus,

und kein Schritt gleicht dem anderen.

Sie erscheint als Tänzer und Tänzerin,

obgleich sie niemand ist.

 

Sie braucht von niemandem die Liebe, weil sie sich immer selbst genügt.

Sie sucht keinen bestimmten Zustand, weil sie jeder Zustand ist.

Sie kann niemals verloren gehen, weil sie nichts und alles ist.

Sie kann deshalb auch nicht gefunden werden, weil sie schon immer hier ist.

 

Sie ist die Grenzenlosigkeit, in der sie als Grenze erscheint.

Die Liebe gibt sich bedingungslos dem Leben hin,

auch wenn sie hilflos und hoffnungslos erscheint.

 

Sie ist so unschuldig und frei, weil sie nichts weiß.

Für sie existiert kein richtig und falsch, weil sie immer das ist, was ist.

Aber sie erscheint als Richtig und Falsch, weil sie das Spiel der Zweiheit liebt.

Sie spielt Beziehung und ist doch immer nur EINS.

 

Sie tut, als könnte sie durch Anstrengung und Bemühung ein besseres Leben erreichen,

obwohl das beste immer genau hier ist, so wie es ist.

 

Die Liebe verschleudert sich, weil sie nur den Moment kennt.

Sie gibt sich immer voll und ganz, auch wenn sie dabei als Schmerz erscheint.

Sie ist gefährlich und riskant,

weil sie keine Angst kennt.

Sie schreckt vor nichts zurück.

 

Die Liebe kann nie wissen, was ist,

weil sie immer der Augenblick ist.

Sie sprengt das Gefängnis des Verstandes und verlässt jegliche gewohnte Gedanken.

 

Sie ist das unbedingte JA.

Erscheint sie mal als Nein – sagt sie Ja zum Nein.

 

Sie macht keinen Sinn, weil sie kein Ziel verfolgt.

Sie kann nichts hinzugewinnen,

weil sie die Leere und die gleichzeitige Fülle ist.

 

Sie erscheint als Mensch, der sich bemüht, diese Liebe zu erreichen.

Doch diese Bemühung braucht sie nicht, weil sie bereits Liebe ist.

Sie spielt so gerne das „tun-als-ob-Spiel“, in dem sie vorgibt, als könnte sie sich Liebe und Zuwendung verdienen und als müsste sie sich vor Verletzungen schützen.

Sie liebt das „Versteckspiel“, weil sie sich dadurch wieder finden kann.

 

 

 

Doch manchmal gibt sie ihr Geheimnis preis und lässt sich finden.

Sie zeigt sich als das, was IST.

Dann wird sie gesehen - immer und überall, in jedem und in allem.

Sie ist der Tanz der Liebe.

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