TEXTE VON MARIA

Eine Beschreibung des Erwachens- und Befreiungsprozesses

 

Es gibt sicherlich nicht nur einen Weg, der zum Erwachen und zur Befreiung führt und auch nicht nur der eine, der richtig wäre. Wenn ich hier von einem Prozess oder Weg spreche, ist das wie folgendermassen gemeint: 

In Wirklichkeit gibt es nur diesen Augenblick, der so IST, wie er ist. Dem kann nichts hinzugefügt werden. Wir sind schon das Sein, nachdem wir uns sehnen, auch ihm kann nichts hinzugefügt werden. ES ist.

 

Es reicht allerdings nicht aus, wenn wir nur wissen, dass wir das Sein sind, es aber noch nicht realisiert haben, d. h. wenn es uns noch nicht zutiefst durchdrungen hat und wir es noch nicht wirklich sind. Denn sonst bleibt es ein mentales Konzept, das genauso vom Verstand benutzt wird wie jedes andere, um nicht in die Bewusstheit zu kommen. Aus diesem Grund ist es sogar not-wendig, dass man sich auf einen Erwachens- und Befreiungsprozess einlässt. Er ist ein lebendiger und sich ständig veränderter Vorgang, in dem verschiedene Vorgehensweisen und Übungen angewandt werden, die letztlich immer mehr zum natürlichen Da-Sein in Frieden führen. 

 

Der Prozess gleicht einer Reise, die vom Ich zurück zu unserem Sein führt. Als Säugling waren wir noch eins mit allem, aber wir waren uns dessen nicht bewusst. Dann entstand allmählich ein eigenständiges Ich, das sich immer mehr abgetrennt hat aus der Einheit. Der Glaube und das Anhaften an diese falsche Identität macht uns krank, lässt uns träumen und leiden. Nun haben wir die Gelegenheit, durch BewusstSein nach Hause zurück zu kehren in die Einheit.

 

Wenn wir aus dem Traum in die Wirklichkeit erwachen wollen und uns von der falschen Identität befreien wollen, muss dieses künstlich geschaffene

Ich-Konstrukt - im besten Falle vollständig - zerstört werden, bis NICHTS mehr übrig bleibt. 

 

Das Ich besteht zum einen aus Gedanken, zum anderen aus Gefühlen und wirkt energetisch im Körper zum Teil so stark, dass wir nicht wahrnehmen können, was wirklich ist. Die Gefühle und Emotionen verstärken unsere Gedanken, lassen sie lebendiger, wichtiger und echter erscheinen. Denn nun werden die Gedanken nicht nur gedacht, sondern auch gefühlt und als Muster ausagiert. Unser wahres Herz, das ursprünglich einfach liebt, was ist, wird zugeschüttet mit Ängsten, Widerständen und Kämpfen. Gefühle werden unterdrückt und vermieden. Der physische Körper wird immer mehr verkrampft und krank. Denn alle Meinungen, Konditionierungen und Muster setzen sich in unseren Zellen und im Nervensystem fest. Wir können nicht mehr frei und auf natürliche Weise sehen und erleben, sondern wir schauen durch unsere Muster und lassen diese re-agieren. Wir fühlen uns von den anderen manipuliert und falsch verstanden, weil wir nicht sehen können, dass sie nur unsere Meinungen und Muster widerspiegeln, die alle in uns ablaufen. Hinzu kommen Schattenanteile, die uns peinlich sind, die wir ablehnen und zum Teil gar nicht kennen, so dass sie hinter unserem Rücken ihr ganz eigenes Spiel spielen. 

 

 

Der Prozess führt dich von außen nach innen, aus dem Traum zum Erwachen, aus der Täuschung in die Wirklichkeit, aus der Zeit ins Jetzt, aus der Gefangenheit in die Freiheit, vom kleinen Ich zum Sein. Das Pseudo-Ich wird immer mehr de-montiert, bis es in sich zerfällt. 

 

 

Der Befreiungsprozess ist kein Spaziergang, den man so beiläufig macht. Er dient uns auch nicht zur Unterhaltung, obwohl viele Suchende Bücher, Vorträge und Satsangs, nutzen, um sich entertainen zu lassen. Das mag wirklich eine gute Beschäftigung sein und so manches Wort kann sie auch berühren und inspirieren. 

 

Aber was machst du dann damit?

 

Es kann sein, dass die Worte schon bald wieder im Dickicht deiner vielen Konzepte und mustergetriebenen Handlungsabläufen untergegangen sind. Nichts davon konntest du dann für dich und dein Erwachen verwenden.

Es macht einen Unterschied, ob du entschlossen und bereit bist, von deinem bequemen Sofa aufzustehen, deine gewohnte Schläfrigkeit einfach mal durchbrichst und wirklich hinschaust und erforschst, was deine wahre Natur ist. Oder ob du einfach weiterhin „denkst“, es wird schon irgendwann geschehen und bis dahin muss ich halt in meinem Schicksal ausharren. 

 

Hey, wach auf aus deinem Traum!!!

Er ist nicht wahr, es ist nur ein Traum.

 

Willst du wirklich aufwachen und dich befreien?

 

Dann fühl dich hier und jetzt eingeladen! 

 

Der Prozess erfordert in jedem Moment deine klare Ausrichtung und Zustimmung, dass du dich auf ihn einlässt. Man kann sich das so vorstellen, als würde man durch einen dichten Wald oder Dschungel gehen. 

Während ich damals meinen Befreiungsprozess erlebte und mich sehr allein damit fühlte, sah ich mich in einem dichten Wald, der voller Konzepte und Illusionen war und es gab keinen sichtbaren Weg vor mir. So schlug ich mich durch, Schritt für Schritt und Tag für Tag. Jeder Gedanke, jedes Gefühl und jedes Konzept, das auftauchte und geglaubt wurde, musste gesehen und gefühlt werden, bevor es sich als Illusion auflöste oder der Schatten integriert bzw. transzendiert wurde. Ich wußte nicht, ob ich je aus diesem wahnsinnigen Dickicht herauskommen würde und vor allem, wie ich da durchkommen soll. Drehe ich mich nur im Kreis und trete auf der Stelle? Ich war immer wieder verzweifelt und fiel oft zu Boden. Werde ich verrückt werden oder wirklich irgendwann frei sein? Ich wußte es nicht. Doch zwei Wörter tauchten immer wieder in mir auf: Geh weiter! und ich ging weiter. Ich konnte gar nicht anders.

 

 

Das Loslösen aus der Identifikation und von den gewohnten Mustern und Schatten geht nicht problemlos und schmerzlos vonstatten. Warum? Weil wir dazu neigen, an gewohnten Gedanken, Handlungen und Vorgängen festzuhalten, selbst wenn sie uns Schmerzen und Leid verursachen. Wir kämpfen dagegen an und sind im Widerstand mit dem Ist-Zustand. Wären wir total offen und bereit für die Loslösung, wäre es ein immer tiefer wirkender Genuss der Befreiung und Hingabe. So sehr wir uns von unserem Leiden befreien wollen, so sehr halten wir auch daran fest und verteidigen es. Wir lieben meistens mehr das Drama und den Schmerz, als das lebendige und freie Da-Sein. 

 

 

Das Sein bietet dir im Prozess alle Möglichkeiten, die du brauchst, damit du dich von deinen Mustern befreien kannst. Je nachdem, welche Themen aktuell sind und mit denen du identifiziert bist, wirst du mit ihnen konfrontiert. Sie werden dir im Außen durch Menschen und Gegebenheiten so lange gespiegelt und manchmal sehr stark hochgefahren, bis du sie immer mehr liebevoll integrieren und heilen kannst bis zur Transzendenz. Du musst dich also nicht darüber ärgern, wenn dein Arbeitskollege oder deine Partnerin immer wieder in dir Wut oder Schmerz auslöst. Diese Spiegelungen geschehen aus Liebe, damit du ganz heil und frei werden darfst. 

 

Die Person oder das Thema, das dich am meisten antriggert und von dem du glaubst, es nicht loslassen zu können oder glaubst, daran zu zerbrechen, obwohl du darunter leidest, bietet dir das größte Potential zu deiner Befreiung. Irgendwann kannst du darin die totale Liebe des Seins sehen. 

 

 

Wenn du lernst, HIER zu sein, mit dem was ist und du dich immer mehr dem EINEN hingeben kannst, dann wird das Ziel und der Wunsch, schnell fertig sein zu wollen, immer unwichtiger. Es kann sich ein Genuss einer ungewöhnlichen Einfachheit ausbreiten, die von Frieden und Leichtigkeit geprägt ist. 

Im ZEN wird gelehrt. dass man sich in das, was man gerade tut, vertiefen soll. Es geht dabei nicht um das Ergebnis, sondern um das Tun selber. Dann wird jeder Moment zur Meditation, weil der Tuende im Tun sich auflöst und verschwindet. Dann bleibt das Tun, was keiner tut.

 

Die Voraussetzung, um in dein inneres Mysterium tiefer einzudringen, ist, dass du HIER bleibst und wirklich offen und bereit bist, alles willkommen zu heißen, was auftaucht. Die Konditionierung zeigt, dass du meistens am Wegrennen bist. Zeitlebens rennen wir vor uns selbst weg. 

Wenn ich Menschen in ihrem Prozess begleite, ist das der zentrale Punkt: Es scheint das Bedrohlichste und Unangenehmste zu sein, dass wir uns selbst nahe kommen, uns wahrnehmen und uns spüren. Als wären wir unser größter Feind. 

Ist das nicht verrückt?

Wenn es uns aber gelingt, dass wir innehalten können und wirklich anhalten und still werden und wahrnehmen, was ist, ist das echte Nahrung für uns. Du kannst die Erfahrung machen, dass egal, welche Gefühle auftauchen, seien es Angst, Wut, Traurigkeit oder Enttäuschung, dass wenn du bereit bist, sie zu fühlen und du dir dafür selbst den Raum schenkst und dein Wissen darüber einfach mal fallen lässt, dass es nur Fühlen ist. Es ist reines Fühlen und Wahrnehmen ohne Kommentar und Bewertung. Und je tiefer du in das JETZT kommst, es immer mehr durchdringen kannst, um so nicht-wissender wird es. Je nicht-wissender und leerer du bist, um so erfüllter bist du. 

 

 

Der Erwachens- und Befreiungsprozess hat sehr viel mit Geben und Nehmen zu tun. Wir können uns fragen, inwiefern wir bereit sind:

  • Gefühle, die wir festhalten, zu fühlen und auch freizugeben? 
  • Gedanken, Meinungen und Vorstellungen, an denen wir festhalten und von denen wir glauben, dass sie uns ausmachen und die wir brauchen, um zu überleben, sie loszulassen? 
  • Gewohnte Abläufe und Handlungen einfach mal zu lassen und stattdessen dem Leben den Raum geben, dass es sich ausdrücken darf? 

 

Oder halten wir den Traum und das Gewohnte fest und sind nicht bereit, es loszulassen? Wie ist das möglich, dass wir uns Freiheit wünschen und wenn sie uns angeboten wird, dass wir sie nicht nehmen wollen? Wir wollen aus dem Traum erwachen, sind aber nicht bereit, Illusionen als solche zu erkennen und sie fallen zu lassen. Je mehr wir bereit sind, von uns zu geben, um so mehr empfangen wir. Jesus hat es damals schon gesagt: „Selig sind die, die arm im Geiste sind, denn denen gehört das Himmelreich.“ Damit meinte er, wenn wir unsere Gedanken und Konzepte loslassen und wirklich im Geiste leer und arm werden, können wir den Himmel hier und jetzt erleben und sein.

 

Geben bedeutet los-lassen, sich lassen, sich verschenken, das Leben zu-lassen, das SEIN durch-lassen. Die künstlich geschaffenen Ich-Schichten zu entblössen und fallen zu lassen. Sie haben unser vermeintliches Ich so schön ausgeschmückt und dann fallen die Masken und darunter kommt immer mehr deine wahre Schönheit zum Ausdruck. Dein Nackt-werden macht dich frei und durchlässig. 

 

Sei willkommen daheim - in dir!

 

Namaste!

 

 

Es könnte gesehen werden...

 

Das freie bewusste Sein ist grenzenlos, nichts, still und leer. Andere Worte für das Namenlose und Unvorstellbare sind das Eine, Gegenwärtigkeit, Gott, ES, DAS. Absolute Präsenz des Gegenwärtigen, reine Energie und Schwingung. In diesem grenzenlosen und zeitlosen Raum des Seins spielt sich das Leben ab. Es erscheint als Alles und Jeden und drückt sich kreativ, lebendig, unmittelbar und spontan aus.

 

Durch die scheinbare Begrenzung des endlosen Seins auf eine Person, entsteht das Gefühl und der Glaube, ein eigenständiges Individuum zu sein mit freiem Willen. Der Körper scheint die Existenz des Ichs zu beweisen. Die Annahme, dass wir der Körper sind, basiert nur auf Gedanken und Gefühlen. Noch kein Chirurg hat je ein Ich im Körper gefunden. Bereits Wissenschaftler und Gehirnforscher haben entdeckt, dass Denken und Entscheidungen treffen nicht von einem Ich ausgehen, sondern durch einen neurochemischen Prozess ausgelöst werden, d. h. es  existiert keine separate Instanz im Körper, die das Leben denkt und lenkt. Wo ist das Ich, wenn wir tief schlafen? Im Tiefschlaf findet kein Denken statt, folglich existiert auch keine Person. Da ist einfach nichts. Erst wenn wir wieder aufwachen, kehrt das Ich in Form von Gedanken und Empfindungen und als kontrahierte Energie zurück. Automatisch wird die Ich-Geschichte als Tatsache aufgegriffen und durch gewohntes permanentes Denken bestätigt.

 

Aus der illusionären Perspektive eines Individuums erlebst du alles getrennt von dir. Hier bist du und dort sind die anderen. Es ist dir nur möglich, Gott oder das Einssein außerhalb von dir, als etwas Separates wahrzunehmen. Der Glaube, eine eigenständige Persönlichkeit zu sein, vermittelt dir einerseits das Gefühl, Schöpfer und Lenker des Lebens zu sein. Andererseits erlebst du aufgrund der Trennung Mangel und Leiden und fühlst dich nicht vollständig. Darauf folgt die Suche nach dem wahren Einssein, nach Erfüllung und Frieden.

Als Person bist du der Überzeugung, dass es deine Gedanken sind, die gedacht werden, deine Gefühle, die gefühlt werden und dass du die Bewegungen und Handlungen ausführst, die geschehen. Alles, was du siehst, wahrnimmst und was dir widerfährt, beziehst du auf dich. Dieser Ich-Bezug ist die Wurzel von Begrenzung und Leiden, weil in Wirklichkeit niemand existiert. Es ist die wirkungsvollste Täuschung zu glauben, dass du als Individuum das Leben beeinflussen kannst und dass es an dir liegt, was geschieht und wie es geschieht. Aufgrund dieser falschen Annahme nimmst du jedes Geschehen persönlich. Wenn jedoch in Begegnungen und Geschehnissen nichts hineininterpretiert und projiziert wird und wenn du sie nicht auf dich beziehst, dann ist das was ist. Schuldgefühle, Druck, Begrenzung, Anstrengung, Stolz und Arroganz würden einfach abfallen.

 

Es könnte gesehen werden, dass das natürliche Dasein einfach das ist, was ist. Es ist zusammenhanglos, bezugslos und absolut frei von irgendwelchen Bedeutungen, Wertungen und  Geschichten. Das Leben erfordert kein persönliches Kümmern und Eingreifen. Alles geschieht aus dem Moment heraus, völlig spontan und absichtslos. Das Sein ist so simpel und selbstverständlich, dass es unglaublich scheint, ohne (d)ich funktionieren zu können. Für den Verstand ist es weder möglich, diese Einfachheit zu verstehen, noch zu akzeptieren.

 

Wenn du diese Worte liest, bist du eingeladen, deine wahre freie Natur zu entdecken. Du begegnest ihr ununterbrochen und wirst von ihr geküsst. Wie könnte der Moment nicht richtig sein, wenn alles, wirklich alles, von dieser lebendigen Gegenwärtigkeit durchdrungen ist? Selbst du, der du vielleicht glaubst, getrennt von ihr zu sein, bist das pure freie Sein.


Egal, wo du dich befindest und was du auch tust, es ist immer das Eine, das sich selbst sieht, mit sich selbst spricht, sich selbst zuhört und sich selbst begegnet. Jedes Wort und nicht-gesprochene Wort, jede Bewegung und Nicht-Bewegung ist genau das, was ist. Es ist immer das Eine, das sich genau so ausdrückt, wie es sich eben ausdrückt. Folglich gibt es keine Schuld und nichts Falsches, weil das Leben einfach so ist wie es ist.

 

Befreiung geschieht, wenn die Illusion des Ichs vollkommen durchschaut ist und die scheinbare Begrenzung der Person sich auflöst in der Unendlichkeit des Seins. Es gibt nichts mehr zu schützen und zu verteidigen, nichts zu verbergen und nichts, wogegen du Widerstand  leisten müsstest. Was bleibt, ist unermessliches Sein in Frieden –  Staunen über das Wunder des Lebens.

 

DAS zu sehen und zu sein, ist die größte Freude und Liebe,
die uns erfüllt und Nichts sein lässt.

 

Tanz der Liebe

 

Jeder Mensch sehnt sich nach Liebe.

Diese "persönliche Liebe" ist begrenzt und gebunden an

Personen und Umstände. Sie stellt Erwartungen an das

Leben und hat Ansprüche an sich selbst und an andere.

Wenn diese nicht erfüllt werden, zieht sie sich möglicherweise

beleidigt zurück und verschließt sich, oder sie kämpft mit noch mehr Einsatz.

Diese Liebe glaubt, dass sie den anderen erst dann lieben kann,

wenn er sich endlich verändert und gebessert hat.

Sie glaubt geliebt zu sein, wenn sie gebraucht wird.

 

Sie berechnet und ist nur dann bereit zu geben, wenn sie sicher ist,

dass sie auch bekommt.

Das, was sie erhält, möchte sie festhalten und besitzen.

 

Diese persönliche Liebe kann sich nicht einfach verschenken, weil sie glaubt,

sich zu verlieren und nicht mehr zu sein.

Aus dieser Angst heraus, beginnt sie zu kontrollieren und zurückzuhalten.

Nur wenn alles nach ihren Vorstellungen verläuft, ist sie bereit,

sich zu öffnen.

 

Sie will niemals verletzt werden und schützt sich deshalb.

Sie zeigt nicht ihr wahres Gesicht, aus Angst, ihr Gesicht zu verlieren.

Sie wägt ab und schaut voraus, um möglichen Gefahren auszuweichen

und kein Risiko einzugehen.

Sie denkt, das Leben ist gefährlich und ist deshalb immer auf der Hut.

 

 

Glaubst du wirklich, dass du dich nach dieser Liebe sehnst und dass dich diese Liebe dauerhaft glücklich machen kann?

Glaubst du, dass du dich in diese Liebe fallen lassen kannst?

Wirst du von ihr tatsächlich geliebt – so wie du bist?

 

 

Bei genauerem Hinsehen ist klar, dass diese Liebe mit Angst verwechselt wird.

 

 

Die absolute „bedingungslose“ Liebe kann niemals an eine Person oder einen Umstand gebunden sein.

Sie ist völlig frei, weil sie nichts braucht.

 

Sie geht über begrenztes Denken und menschliche Unzulänglichkeiten hinaus.

 

Sie hat keinen Namen und doch erscheint sie als Alles und trägt jeden Namen.

Sie erscheint als deine Partnerin und deinen Partner, als deine Kinder und Tiere.

Sie erscheint als deine Freunde und Feinde.

Sie erscheint als genau das, was ist und wie es ist.

 

 

Die Liebe ist eine Tänzerin, die jede beliebige Form und Ausdruck wählt.

Sie tanzt durch jede Situation, weil sie das Leben liebt.

Der Tanz lässt keine Bewegung aus,

und kein Schritt gleicht dem anderen.

Sie erscheint als Tänzer und Tänzerin,

obgleich sie niemand ist.

 

Sie braucht von niemandem die Liebe, weil sie sich immer selbst genügt.

Sie sucht keinen bestimmten Zustand, weil sie jeder Zustand ist.

Sie kann niemals verloren gehen, weil sie nichts und alles ist.

Sie kann deshalb auch nicht gefunden werden, weil sie schon immer hier ist.

 

Sie ist die Grenzenlosigkeit, in der sie als Grenze erscheint.

Die Liebe gibt sich bedingungslos dem Leben hin,

auch wenn sie hilflos und hoffnungslos erscheint.

 

Sie ist so unschuldig und frei, weil sie nichts weiß.

Für sie existiert kein richtig und falsch, weil sie immer das ist, was ist.

Aber sie erscheint als Richtig und Falsch, weil sie das Spiel der Zweiheit liebt.

Sie spielt Beziehung und ist doch immer nur EINS.

 

Sie tut, als könnte sie durch Anstrengung und Bemühung ein besseres Leben erreichen,

obwohl das beste immer genau hier ist, so wie es ist.

 

Die Liebe verschleudert sich, weil sie nur den Moment kennt.

Sie gibt sich immer voll und ganz, auch wenn sie dabei als Schmerz erscheint.

Sie ist gefährlich und riskant,

weil sie keine Angst kennt.

Sie schreckt vor nichts zurück.

 

Die Liebe kann nie wissen, was ist,

weil sie immer der Augenblick ist.

Sie sprengt das Gefängnis des Verstandes und verlässt jegliche gewohnte Gedanken.

 

Sie ist das unbedingte JA.

Erscheint sie mal als Nein – sagt sie Ja zum Nein.

 

Sie macht keinen Sinn, weil sie kein Ziel verfolgt.

Sie kann nichts hinzugewinnen,

weil sie die Leere und die gleichzeitige Fülle ist.

 

Sie erscheint als Mensch, der sich bemüht, diese Liebe zu erreichen.

Doch diese Bemühung braucht sie nicht, weil sie bereits Liebe ist.

Sie spielt so gerne das „tun-als-ob-Spiel“, in dem sie vorgibt, als könnte sie sich Liebe und Zuwendung verdienen und als müsste sie sich vor Verletzungen schützen.

Sie liebt das „Versteckspiel“, weil sie sich dadurch wieder finden kann.

 

Doch manchmal gibt sie ihr Geheimnis preis und lässt sich finden.

Sie zeigt sich als das, was IST.

Dann wird sie gesehen - immer und überall, in jedem und in allem.

Sie ist der Tanz der Liebe.

Druckversion Druckversion | Sitemap
Alle Inhalte dieses Internetangebots, insbesondere (Bilder, Videos, etc.), sind urheberrechtlich geschützt ©